Damit die Würde gewahrt bleibt!

Umgang mit Demenz im Bethseda Altenheim

Der Umgang mit und die Pflege von älteren Menschen und insbesondere dementen Menschen ist nicht immer einfach. Individuelle körperliche und geistige Einschränkungen müssen genauso berücksichtigt werden, wie persönliche Interessen und Besonderheiten. Wird all dies bedacht und beachtet steht einem altern in Würde nichts im Wege.

Zeit- und Kostendruck sowie Überforderung der Pflegekräfte stehen dem in stationärer wie in ambulanter Pflege häufig im Wege. Auf der Strecke bleibt die Menschlichkeit und häufig auf die Würde der gepflegten. Das es auch anders geht, zeigt das Bethseda Altenheim in Gronau.

So werden die Bewohner des Altenheims grundsätzlich nicht fixiert und auch auf Beruhigungsmittel wird weitestgehend verzichtet. Die Bewohner gestalten ihren eigenen Tagesrythmus und Kräftigungsübungen sind ein fester Bestandteil des Alltags - zur Steigerung des Wohlbefindens aber auch zur Sturzprophylaxe. Tiere wie Hunde, Schafe und Fische sorgen für geistige Anregung, Freude aber auch Ablenkung.

Ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität und Lebensfreude war der Verzicht auf die Fixierung der Patienten. Dies hat viele Vorteile. Die Bewohner können ihrem eigenen Rhythmus und Tagesablauf nachgehen und bewegen sich mehr. Das kräftigt und beruhigt. Fixierte Menschen sind viel unruhiger ist die Erfahrung des Bethseda Teams. 

Natürlich steigt die Gefahr eines Sturzes. Dem wird jedoch doch Trainings- und Bewegungsprogramme sowie durch niedrig einstellbare Betten und Bewegungssensoren begegnet. 

Der weitgehenden Verzicht auf Beruhigungsmittel ist für die Pflegekräfte herausfordernd. Durch die Auseinandersetzung mit dem einzelnen Menschen, dessen Rhythmus, Bedürfnisse und Vergangenheit verstehen die Pfleger jedoch besser, wie sie Ruhe schaffen und die Entstehung von Unruhe vermeiden können.  

Insbesondere auf den Rhythmus des einzelnen einzugehen ist von großer Bedeutung für die Zufriedenheit und die Ruhe der Bewohner. Wer nachts aufstehen möchte, sich anziehen möchte oder rasieren möchte dann und darf das tun.

Auch die erfrischende und beruhigende Wirkung der Natur wird bedacht. Ein großer Garten mit einem Fischteich und Schafen schafft Lebensfreude. Und wer sich nicht aus eigener Kraft in den Garten bewegen kann, bekommt Unterstützung. Die Betten der bettlägerigen Bewohner werden regelmäßig hinaus geschoben. Denn Sonne und frische Luft tun auch Menschen im hohen Alter noch gut.