Katzen, Hunde, Vögel, Kaninchen und Hamster – Menschen mit Demenz leben beim Umgang mit Tieren auf. Sie zeigen weniger „Problemverhalten“, ein besseres Sozialverhalten und fühlen sich weniger einsam. Das haben Studien im In- und Ausland gezeigt.
„Tiere in Pflegeeinrichtungen bieten durch ihre Gesellschaft Unterstützung, lenken von Krankheiten und
Beeinträchtigungen ab, vermitteln Lebensfreude und aktivieren die Menschen.“ Das sagt Marie-José Enders-Slegers, Projektleiterin mehrerer Studien zum Einfluss von Haustieren auf Bewohner von Pflegeheimen. Auch Studien im Ausland haben ergeben, dass der Kontakt zu Haustieren für Menschen mit Demenz sinnvoll ist. Sie zeigen weniger „Problemverhalten“, ein besseres Sozialverhalten und fühlen sich weniger einsam.
Der Umzug wird erleichtert
Der Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim kann viel leichter fallen, wenn der Bewohner sein Haustier mitbringen darf. Das Tier vermittelt in der neuen, unbekannten Situation Vertrautheit, Sicherheit und Behaglichkeit und ist ein Fels in der Brandung.
Katzen
Es wurde auch erforscht, wie sich die Haltung von Katzen auf Menschen mit Demenz in einem geschlossenen Wohnbereich auswirkt. Nach vier Monaten zeigte sich, dass die Bewohner des geschlossenen Bereichs, die Katzen um sich hatten, im Vergleich zur Kontrollgruppe aufgeweckter waren. Die Tiere sorgten für Ablenkung, die Bewohner sahen ihnen zu und redeten über sie. Die Pflegebedürftigkeit nahm bei diesen Bewohnern – im Gegensatz zu den Senioren des Kontrollbereichs – nicht zu. Im „Katzenbereich“ fiel zudem auf, dass die Bewohner mehr Lebensfreude zeigten (lachen, lächeln). Die Atmosphäre wurde gemütlicher, und auch Besucher und Pflegende fühlten sich wohler.
Hund in der Tagesstätte
Ein Experiment mit einem Hund in der Tagesstätte zeigte ebenfalls positive Ergebnisse. Eine Gruppe erhielt Besuch von einem ehrenamtlichen Helfer mit Hund; in der Kontrollgruppe las ein ehrenamtlicher Helfer vor. In der Vorlesegruppe änderte sich nichts. In der „Hundegruppe“ dagegen lebten die Bewohner auf: Es wurde gelacht, geredet und oft nach dem Hund gerufen. Die Wirkung der Besuche hielt jedoch nicht an: Bei der Nachmessung wurden keine Unterschiede im Verhalten gegenüber der Vormessung festgestellt. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein längerer Studienzeitraum als die acht Wochen in ihrer Studie vielleicht doch zu strukturellen Veränderungen führen könnte.
Leistungsfähigkeit der Einrichtung
Der Erfolg von Haustieren hängt nicht nur von den Wünschen der Bewohner ab, sondern auch von der Leistungsfähigkeit und den Ressourcen der jeweiligen Einrichtung. Es geht nicht ohne sorgfältiges Timing, gute Planung und realistische Einschätzung der Möglichkeiten.
Quelle
„Een beestenboel in de Nederlandse zorginstellingen?“ In: Denkbeeld, Jahrgang 20, Nummer 3 (2008), S. 28-32.
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