Auf gesunde Ernährung sollte bei allen Senioren geachtet werden, bei beginnender Alzheimer-Krankheit jedoch besonders. Schon in den Anfangsstadien der Erkrankung besteht die Gefahr von Mangelernährung, wie eine neuere kanadische Studie zeigt.
Welche Veränderungen treten im Essverhalten und Ernährungsstatus von Senioren mit beginnender
Alzheimer-Krankheit auf? Das war die Fragestellung der Wissenschaftler. Eine gesunde Ernährung ist ja wichtig für den Körper, den Geist, den Verstand, die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis.
Ergebnisse
Mangelernährung
Die Studie macht deutlich, dass Mangelernährung bereits in einem frühen Stadium der Alzheimer-Erkrankung auftritt. Auch bei gesunden Senioren ist der Mangel an einigen Nährstoffen nicht ungewöhnlich. Es handelt sich unter anderem um Vitamin D, Zink, Magnesium, Eisen, Folsäure, Vitamin B6 und B12, Ballaststoffe und Flüssigkeit. Die Menschen in der Alzheimer-Gruppe nahmen von allen Nährstoffen eine viel zu kleine Menge zu sich. Es gab hier einen beträchtlichen und auffallenden Unterschied zur Kontrollgruppe – die Ursache dafür ist wahrscheinlich das Krankheitsbild.
Großes Risiko
An Alzheimer erkrankte Senioren nehmen aufgrund ihrer Essgewohnheiten weniger an wichtigen Nährstoffen zu sich als gesunde alte Menschen. Ohne die Nahrungsergänzungsmittel, die vielen Patienten vom Arzt verordnet wurden, nahmen sie nicht nur zu wenig von den Nährstoffen zu sich, die für die kognitive Gesundheit (Verstand und Gedächtnis) wichtig sind, sondern von sämtlichen Nährstoffen, die in der Studie eine Rolle spielten. Unter den gesunden Senioren haben 33 bis 47 Prozent ein mittleres Gesundheitsrisiko als Folge ihrer Essgewohnheiten. Bei der Alzheimer-Gruppe haben 52 bis 67 Prozent ein mittleres Risiko - und 19 bis 21 Prozent haben sogar ein großes Risiko! Von den gesunden alten Menschen hat dagegen niemand ein großes Risiko.
Faktor Ernährung beachten
Die Zufuhr von Nährstoffen, die zu Denkleistungen, Konzentration und Gedächtnis beitragen, war in der Alzheimer-Gruppe zu niedrig, auch unter Berücksichtigung der Nahrungsergänzungsmittel, die die Patienten nach ärztlicher Verordnung einnahmen. Bei den gesunden Senioren war die Zufuhr höher, doch auch hier gab es gelegentlich eine Unterversorgung.
Obwohl die untersuchte Gruppe zu klein war, um repräsentativ zu sein, und die Studie nicht als Blindstudie durchgeführt wurde, lässt sich als Ergebnis festhalten, dass dem Faktor Ernährung bei allen alten Menschen Beachtung geschenkt werden muss, insbesondere, sobald eine Alzheimer-Krankheit diagnostiziert wurde.
Einzelheiten über die Studie
Aufbau der Studie
Die Wissenschaftler verglichen ein Jahr lang das Essverhalten von Menschen in einem frühen Stadium der Alzheimer-Krankheit mit dem Essverhalten von Senioren mit gesunden kognitiven Funktionen. Sie erfassten insbesondere die Zufuhr von Nährstoffen, die für das gesunde Altern und die kognitiven Funktionen eine wichtige Rolle spielen. Nährstoffe, die vor allem wichtig sind für die kognitive Gesundheit sind Vitamin C und E, Betacarotin, Vitamin B12 und B6, Ballaststoffe, Folsäure, Kalzium, Vitamin D, Vitamin K, Zink und Omega-3-Fettsäuren. Die Studie richtete sich außerdem auf Kalorien, Proteine und Fett sowie Omega-6-Fettsäuren, Thiamin, Vitamin A, Eisen und Zink.
Untersuchte Gruppe
Die untersuchte Gruppe bestand aus siebzig Menschen über 65, von denen eine Hälfte unter der Alzheimer-Krankheit im Anfangsstadium litt. Beide Gruppen hatten im Jahr vor der Studie keinen auffallenden Gewichtsverlust oder eine Krankheit, die sich auf das Essverhalten hätte auswirken können. Neben dem Essverhalten wurden kognitiver Zustand, Gesundheit, häusliche Situation, Bildung und körperliche Aktivität der Versuchspersonen erfasst.
Auswahl der Versuchspersonen
Die Probanden mit Alzheimer wurden unter den Patienten von Gedächtniskliniken in Montreal ausgewählt. Viele von ihnen lebten zum Zeitpunkt der Auswahl noch zu Hause und hatten eine aktive Pflegekraft. Die Demenzphase wurde mit Hilfe des MMST ermittelt. Von den 35 Versuchspersonen mit Alzheimer waren am Ende der Studie 26 übrig; die anderen waren abgesprungen oder verstorben.
Sonstiges
Das Elderly Nutrition Screening Tool lieferte den Maßstab für die Ernährung und diente als Messinstrument für die Gesundheitsrisiken als Folge des Essverhaltens.
Das Essverhalten und die Gesundheit wurden von den Versuchspersonen und den Pflegekräften in einem Tagebuch festgehalten. In der Studie wurden die Ergebnisse im Hinblick auf Unterschiede zwischen den Probanden korrigiert.
Quelle
„Poor Nutrient Intakes during 1-Year Follow-Up with Community-Dwelling Older Adults with Early-Sage Alzheimer Dementia Compared to Cognitively Intact Matched Controls.“ B. Shatenstein, M. Kergoat en I. Reid. American Dietetic Association. Volume 107, 2007.
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